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Umgangs- und Sorgerechts-Blog

Ein guter Abschluss ist ein guter Anfang

Ein guter Abschluss ist ein guter Anfang

Sina Töpfer 12. September 2018
Den Rhythmus auf Elternebene nach Trennung finden
Neulich war ich auf einem Fest. Es waren Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen da und eine Menge Kinder. Irgendwann ergab sich folgendes Gespräch am Tisch:
Er, Mitte 50, Kinder im Teenager-Alter, geschieden, Residenzmodell:
„…. Sohn 1 kommt mehr nach seiner Mutter, einfühlsam, umsichtig, mitdenkend. … Sohn 2 kommt eher so nach mir, dem muss man schon mal sagen, dass er den Tisch abräumen soll. Ich habe zu beiden Söhnen einen engen und tollen Kontakt.“ Er schwärmte von seinen Kindern, auf angenehme, nicht übertriebene, sehr liebevolle Art und Weise.
Einwurf von jemandem, der mit in dieser Runde saß:
„… Wenn ich Dir so zuhöre, glaube ich, dass die Mutter der Kinder ein toller Mensch ist!“
Er:
„ … Ja. Naja. Schon. Es hat ja Gründe, weshalb wir nicht mehr als Paar leben. Dennoch: Sie ist eine tolle Mutter. Sie ist die beste Mutter, die ich mir hätte für meine Kinder vorstellen können! Wir sind uns nicht immer einig, was Regeln und Erziehung angehen, wir akzeptieren aber jeweils den Weg des anderen.”
“…. das Kriegsbeil auf Paarebene vollständig begraben …”
Diese Sätze haben mich beeindruckt. Sie haben sich authentisch angefühlt. Nichts von „Immer alles super!“  oder „Die kann mir gestohlen bleiben!“ Nein, es gab Einschränkungen, aber keine Entwertungen.
Hier saß offenbar jemand am Tisch, der das Kriegsbeil auf Paarebene vollständig begraben hat und seine Funktion auf Elternebene sehr wohlwollend leben kann.
Wie könnte sich diese – seine Haltung – wohl auf die gemeinsamen Kinder auswirken?
Möglicherweise bedeutet es, dass die Kinder sowohl bei dem einen als auch bei dem anderen Elternteil alles sagen dürfen und keine Geheimnisse haben müssen.
Manchmal erleben Kinder mit dem einen Elternteil etwas, was das andere auf gar keinen Fall wissen soll, weil es sonst ärgerlich wird.
Möglicherweise bedeutet es, dass Elternteile verschiedene Arten haben, ein Leben zu gestalten und Kinder erfahren, dass sie dies selber bewerten dürfen.
Mama sagt nicht: „Nur ICH weiß, wie es geht!“ und Papa sagt nicht: „Quatsch, wir machen das ANDERS!“
Möglicherweise bedeutet es, dass sich die Kinder nicht zerrissen zwischen beiden Elternteilen fühlen.
Kinder lieben in der Regel beide Elternteile und wollen es beiden immer recht machen.
Wenn sie spüren, dass die Elternebene konfliktbeladen ist, werden sie wohl eher in einem inneren Loyalitätskonflikt aufwachsen.
“… Ex-Paar einfach mit all seinen Konflikten ‚durch‘ …”
Ich habe darüber nachgedacht, was es für eine derart wertschätzende Haltung brauchen könnte. Vielleicht ist dieses Ex-Paar einfach mit all seinen Konflikten ‚durch‘, alles ist ausgetragen und abgeschlossen. Schmerzen sind abgeebbt, Gefühle vergangen und mit vollem Herzen dem Leben ‚nach Trennung‘ entgegengegangen. Vielleicht braucht man dann einfach keine Kämpfe mehr um Erziehungsmethoden oder Kleiderfragen der gemeinsamen Kinder?
Leicht ist ja nichts im Leben, aber offen gestanden fällt mir nicht viel ein, wofür es sich lohnt, Anstrengungen im Abschluss einer Beziehung in Kauf zu nehmen, als für gemeinsame Kinder!
Sich auf die gute Seite des Ex-Partners konzentrieren, denn die hat er bestimmt, wie ja alles und jeder seine zwei Seiten hat. Vielleicht geht es darum.
Alles Liebe,
Sina Töpfer