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Umgangs- und Sorgerechts-Blog

Von Partys am Morgen und weißen Hosen

Daniela Rittgarn

Schatz, steh auf.

Ja gleich.

Max, aufstehen.

Ja gleiiiich.

Maximilian, bitte steh jetzt auf. Es wird immer später.

Gleeiiiiiiiiiich! Mama raus. Papa soll kommen!

Papa ist doch schon auf Arbeit, mein Schatz.

Neeeeiiiiiiiiin!

Und schon geht der Morgen los. Das war das Stichwort, ich weiß genau, was jetzt kommt und flüchte schon mal in die Küche. Die Zeit kann man ja wenigstens praktisch nutzen. Während das Müsli munter in die Schüssel klimpert, höre ich meinen Sohn in seinem Bett nach Papa rufen und über die Ungerechtigkeit schimpfen, dass Papa doch tatsächlich heute Morgen (wie jeden Morgen von Montag bis Freitag) nicht da ist, um seinen Sohn zu wecken. Sie müssen wissen: Mein Sohn hat da nämlich sein ganz eigenes System.

Abends, wenn Mama nochmal zum Sport möchte, kann Papa ihm gestohlen bleiben und Mama hat das Privileg, ihn an die 10 Mal wieder ins Bett zu geleiten, um dann zu spät loszukommen. Was fällt dir auch ein, noch andere Termine zu haben, Mama? Am nächsten Morgen fällt klein (nein entschuldigen Sie bitte, groß!) Max dann ein, wie ungerecht er Papa gegenüber war und er möchte es wieder gut machen – gut erzogen der Kerl. 😉 Nur leider ist Papa nicht mehr da, wenn Sir Max aus seinem Schönheitsschlaf erwacht. Im Hause Rittgarn ist morgens zwischen 6 und 7 also Party angesagt…

Aber wozu wäre man Mutter, wenn man das nicht händeln könnte. Wenn der Tisch gedeckt ist, fällt meinem Sohn meistens ein, dass Mama doch eine Option ist und lässt sich dazu herab, seine Mami zu rufen. Ab diesem Moment läuft die Uhr. Jetzt gibt es eine feste Reihenfolge, die eingehalten werden muss, sonst ist die eh schon angekratzte Stimmung in Gefahr. Was fällt Papa auch ein, arbeiten zu gehen und das unter der Woche – Morgens!

Mama holt das zutiefst enttäuschte Kind also aus dem Bett und entschädigt ihn für den fehlenden Papa mit einer Geschichte aus dem großen Disney-Buch. Die zweite Geschichte „liest“ dann der große Max seiner Mama vor. Währenddessen darf ich ihn anziehen – hier ganz wichtig: pro Seite ein Kleidungsstück – „nicht schummeln“! 😉 Dann geht’s ab ins Bad – pro Seite einmal oben, unten und vorne putzen und schon können wir frühstücken. Die Diskussion, was heute gegessen wird, dauert nicht ganz so lang, wenn schon eine kleine Auswahl bereit steht. Aber das ist Glückssache. Meistens wird eh das gegessen, was Mama sich gerade fertig gemacht hat.

Heute Morgen habe ich leider weniger Glück. Max möchte einen Erdbeerjoghurt. Wir hatten da doch noch einen von gestern Abend… während Mama den Kopf in den Kühlschrank steckt und sich durch Gurken, Frischkäse und „Gesichtswurst“ wühlt, höre ich unter mir einen Triumphschrei. Max hat den Joghurt gefunden. Er stand im untersten Fach. Stand. Das war bevor er fliegen konnte. Vor lauter Freude zog mein lieber Sohn ihn nämlich schnell heraus. Das Resultat ist ein explodierender Erdbeer-Joghurt auf meinem Küchenboden und ein weinendes Kind. Wer im Ort bis jetzt noch geschlafen hat, ist nun mit Sicherheit wach. Aber kein Problem. Weinendes Kind umziehen – wir sind ja clever und ziehen direkt Schal, Mütze, Jacke und Stiefel mit an – Boden wischen, Tasche schnappen und das Haus verlassen, bevor ihm einfällt, dass er doch nochmal im Kühlschrank nachsehen will. Im Auto, auf dem Weg zur Kita, gibt Mama dann noch ihre lustigste Version von „Unter dem Meer“ zum Besten und die Stimmung hebt sich – Gott sei Dank. Übergabe in der Kita klappt – Max erzählt sogar lachend, dass sein Joghurt fliegen kann und wir Papa erzählen müssen, dass wir einen neuen kaufen – und schon rast Mama mit ihrem Auto zum Bahnhof – hey 5 Minuten früher als gestern! 😉

Später in der Bahn und im Büro ahnt keiner mehr etwas von der Party heute Morgen. Lediglich die zwei kleinen aber unübersehbaren Erdbeer-Flecken auf meinem rechten Hosenbein leuchten verräterisch und lassen erahnen, dass ich heute Morgen schon einige Abenteuer erlebt habe… 🙂

Habe ich erwähnt, dass ich mich heute mal für eine weiße Hose entschieden habe…? Super Idee…