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Umgangs- und Sorgerechts-Blog

Kommunikation zwischen Eltern in der Vor- und Nachbereitung der Umgänge: Stichwort Kleidung!

Kommunikation zwischen Eltern in der Vor- und Nachbereitung der Umgänge: Stichwort Kleidung!

Sina Töpfer 10. Juli 2018
Wenn Kinder nach einer Umgangszeit wieder zurück sind, geht es in den nachfolgenden Übergabeszenarien häufig um fehlende Kleidungsstücke in der Kommunikation. Da schreibt der eine dem anderen dauerhaft nach jeder Umgangszeit akribisch auf, was alles nicht mit zurückgekommen ist und der andere reagiert dann mit einem Satz, wie ich ihn beispielhaft anführe, nämlich so:
„… und dass Du wegen jeder verdammten fehlenden Unterhose
E-Mails schreibst, geht mir mächtig auf die Nerven!”
Die Unterhose sei hier nur ein Platzhalter, gern ist es das liebste Kuscheltier des Kindes, der neue Pullover der Oma, die Strümpfe, die eigentlich dem Freund gehören und versehentlich angezogen wurden, oder oder. Die Liste ist lang.
Und zack sind beide in einer anstrengenden Kommunikationsschleife, die nicht selten eskaliert. Wegen einer fehlenden Unterhose.
Dabei steckt vielmehr dahinter: Möglicherweise ist es der laissez-faire Umgang des anderen Elternteils mit Dingen, die ihm nicht gehören, möglicherweise ist es die Frage: „Mensch, ich achte doch auch immer darauf, dass der andere alles sauber und ordentlich zurückbekommt! Weshalb kann er/sie es nicht genauso machen?“, möglicherweise ist es die Sorge, die liebevoll angeschafften Dinge der Kinder nicht zurückzubekommen, möglicherweise ist es viel einfacher, fehlende Unterhosen zu thematisieren, als das eigentliche Ärgernis zu benennen.
“Die Famliengerichte werden sich freuen,
wenn diesbezüglich Anträge bei Gericht gestellt werden.”
Rein rechtlich ist es so, dass ein Elternteil, was die Kleidung angeschafft hat, auch ein Herausgabeanspruch der Kleidung gegenüber dem anderen Elternteil hat. Mit anderen Worten: Die Kleidung der Kinder geht zu dem Elternteil, was diese gekauft hat, zurück. Aber Obacht: Die Famliengerichte werden sich freuen, wenn diesbezüglich Anträge bei Gericht gestellt werden. Denn sind wir doch mal ehrlich: Sind das die wichtigen Dinge, wenn es um gemeinsame Kinder geht? Mir geht es in meinem Beitrag weniger darum aufkommende Emotionen in Umgängen zu negieren, als vielmehr Lösungswege aufzeigen zu wollen.
Butter bei die Fische, wie könnte es gehen:
Grundsätzlich sollte immer für jede Jahreszeit die Standardausstattung bei jedem Elternteil vorrätig sein.
Aus organisatorischer Sicht macht es schon deshalb Sinn, weil beide Elternteile nicht ständig Taschen packen müssen. Dies gibt im Übrigen auch Kindern mehr Sicherheit und das Gefühl zu Hause zu sein, entweder bei Elternteil A oder bei Elternteil B.
Wenn Elternteil A das Kind in der anstehenden Wechselzeit an Elternteil B übergibt, hat das Kind einen Satz Kleidung am Körper. Dieser wird abends ausgezogen, möglicherweise durchgewaschen und dem Kind in der nächsten Wechselzeit Elternteil B zu Elternteil A komplett wieder angezogen.
Eigentlich ganz einfach, wenn nicht nur das Wetter einem immer einen Strich durch die Rechnung machen würde:
Elternteil A sieht also, dass bei der nächsten Wechselzeit keine 28 Grad Außentemperatur mehr sind, sondern möglicherweise 16 Grad. Das Sommerkleid ist viel zu frisch!
Entweder gibt Elternteil A einen kompletten Satz für den voraussichtlich 16 Grad-Tag mit oder Elternteil B zieht das Kind mit seiner Ausstattung entsprechend an und gibt die Kleidung vom Übergabetag in einer Tasche zurück.
„Jedes Lösungsszenario ist nur so gut wie seine Anwender.“ 
Mir hat mal eine Familienrechtlerin einer namenhaften Großkanzlei vor vielen Jahren in diesem Zusammenhang gesagt: „Am besten gibt keiner dem Kind den besten Zwirn zum Anziehen mit, sondern das, was das andere Elternteil sowieso nicht ausstehen kann.“ Daran muss ich immer mal wieder denken und bin sehr froh mit der Kanzlei Bergmann einen anderen Kurs zu fahren. Denn mein Weg ist das nämlich nicht: Er widerspricht der Liebe und der Achtung zu meinem Kind. Ich würde eher in Kauf nehmen, das Eine oder Andere nicht wiederzusehen.
Was aber für mich als Botschaft in dieser Aussage steckt, ist „Jedes Lösungsszenario ist nur so gut wie seine Anwender.“ Vielleicht hilft Ihnen ja mein Beitrag, Ihren ureigensten Weg mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern zu finden!
Alles Liebe,
Sina Töpfer